Interviews

Dominik Pogrzeba von Dominik’s Holzblog im Interview

In unserer Reihe darf auch der Blog von Dominik Pogrzeba nicht fehlen. Diesen betreibt er seit 2007 und ein regelmäßiger Blog auf Dominik’s Holzblog lohnt sich in jedem Fall. Jetzt aber erst einmal zum Interview. Viel Spaß!

Hallo Herr Pogrzeba. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern kurz vor.

Ich heiße Dominik Pogrzeba, bin Jahrgang ’79, unverheiratet und lebe seit 2010 in der Nähe von Freiburg. Gebürtig bin ich aus Pfaffenhofen a.d.Ilm. In Freiburg arbeite ich als Ergotherapeut in einem neurologischen Rehazentrum. Das Hobby Holz ist für mich ein wunderbarer Ausgleich zu meiner täglichen Arbeit mit teils sehr schwer betroffenen Menschen. Ein Holzprojekt findet immer seinen Abschluss, die Arbeit mit neurologisch erkrankten Patienten ist in den meisten Fällen nie beendet und erfordert viel Ausdauer.

Dominik's Holzblog

Dominik’s Holzblog

Wann ist bei Ihnen die Leidenschaft zum Holzwerken entfacht? Wie kamen Sie dazu?

Mit Holz habe ich schon immer gerne gearbeitet. Während meiner Ausbildung kam ich durch den Holzunterricht intensiver damit in Kontakt. Wir haben damals viel mit einfachem Handwerkszeug gearbeitet. Nach der Ausbildung war es erst mal mit der Holzbearbeitung vorbei.

2011 kam ich wieder über eine Arbeitskollegin mit Holz in Kontakt. Ich wollte mir ein kleines Nachtkästchen für die Wohnung meiner Freundin bauen. Durch einen Tipp fand ich die Kurswerkstatt Freiburg, machte zwei Kurse und baute letztlich zwei schlichte Nachtkästchen mit Plattenmaterial aus Birke. Die stehen heute noch immer bei uns im Schlafzimmer.

Das gab dann den Ausschlag, dass ich mir meine ersten Maschinen und den MFT für mein damals kleines Kellerabteil kaufte. Dort habe ich in einem Mehrfamilienhaus meine nächsten kleineren Projekte gebaut.

Sie betreiben den Blog ‚Dominik’s Holzblog‘. Was genau findet man dort?

Auf meinem Blog stelle ich zum Großteil meine Projekte vor. Anfangs habe ich noch zwei, drei Maschinen vorgestellt. Aber das gibt es auf einigen Blogs und können andere viel besser und genauer wie ich. Deshalb gibt es keine Werkzeugvorstellungen mehr. Möglich ist es trotzdem, dass es mal wieder eine Ausnahme gibt.

Der Unterschied zu all den anderen Heimwerkern ist, dass ich manche Projekte zum Teil in der Kurswerkstatt Freiburg anfertige. Das hat zwei Gründe: im Winter ist unsere hohen Mietgarage sehr kalt, ein Heizstrahler würde nichts bringen und die abgegebene Wärme nach oben verpuffen; daheim habe ich leider keine Abrichte und Dickte zum Hobeln von Holzbohlen.

Im Vergleich mit manch anderem Blogger arbeite ich auch gerne mit Multiplexplatten im Möbelbau. Das hat praktische und zum Teil ästhetische Gründe, nebenbei ist es günstiger wie Vollholz.

Vor einem Jahr habe ich noch mit dem Löffel Schnitzen angefangen. Das ist im Gegensatz zur Arbeit mit Maschinen viel leiser, ich brauche sehr viel weniger Ausstattung (nur zwei Messer und ein Stück Holz) und kann fast überall schnitzen. Ich hoffe in nächster Zeit meine Fertigkeiten darin weiter verbessern zu können.

Ansonsten arbeite ich gerne mit kleinen Maschinen, weniger mit dem traditionellen Handwerkszeug. Mit Maschinen komme ich als ungelernter Hobbyhandwerker meiner Meinung und Erfahrung nach zu besseren Ergebnissen. Aber meine Arbeitsweise wird sich in Zukunft sicherlich etwas mehr in Richtung traditioneller Werkzeuge bewegen. Wie viel wird sich zeigen.

Welches Holz-Projekt war Ihr bisher Anspruchsvollstes?

Das längste Projekt war definitiv unsere Küche. Da war viel Ausdauer gefordert, auch weil ich aufgrund der kalten Jahreszeit nicht so viel daheim machen konnte und immer wieder in die Kurswerkstatt ausweichen musste. Die ist aber während des Winters (mehr wie im Sommer) abends häufig mit Kursen belegt.

Das anspruchvollste und wohl schönste Projekt war das Beistellbett für meine Schwester und meinen Schwager. Dabei konnte ich wieder sehr viel über Verarbeitung und Möbelkonstruktion lernen. Es ist durch intensive Arbeit gegen Ende glücklicherweise am Abend vor der Geburt meiner Nichte endlich im Schlafzimmer gestanden. Die Herstellung war im Nachhinein gesehen auch eine große Herzensangelegenheit für mich. Wenn ich meine Nichte darin schlafen sehe ist das ein sehr schönes Gefühl und es lässt mich all die Mühen vergessen.

Welche Werkzeuge und Maschinen kommen bei Ihnen bevorzugt zum Einsatz? Haben Sie einen „Liebling“?

Wie schon erwähnt arbeite ich viel mit kleineren Handmaschinen. Meine Lieblinge sind aber meine Handhobel und mittlerweile auch meine beiden Schnitzmesser. Das Gefühl mit diesen Werkzeugen ist viel feiner wie mit elektrischen Werkzeugen.

Mein „Allrounder“ ist sicherlich meiner kleiner Akkuschrauber von Festool. Der hat mich vor eineinhalb Jahren u.a. sicher durch unseren Umzug gebracht und auch einige Nerven gespart. Die Investition war er definitiv wert.

Welche anderen Holz-Blogs besuchen Sie regelmäßig – Ihre Top 3?

Alle die auch auf meinem Blog zu sehen sind und noch einige mehr. Inspirierend und lehrreich für mich sind alle diese Blogs. Eine Top 3 habe ich nicht wirklich, das wäre auch ungerecht gegenüber jedem Hobbyblogger, der sich die Arbeit macht und Zeit investiert interessante Artikel zu schreiben. Für gute Blogs sprechen ja meist die Besucherzahlen für sich, was aber nichts heißen muss.

Wo soll es mit ‚Dominik’s Holzblog‘ zukünftig noch hingehen?

Wenn ich es mal vom Platz her zu einer eigenen Hobelbank schaffe sicherlich mehr zu traditioneller Arbeit mit Hobel, Beitel etc. Ich hoffe auch wieder mehr Zeit für mehr eigene Beiträge zu finden.

Zum Schluss würden wir uns noch über 3 wichtige Tipps freuen, die man Ihrer Meinung nach beim Kauf einer Handkreissäge besonders berücksichtigen sollte?

Da kann ich mich den Tipps von Michael Hild anschließen und erfinde das Rad nicht neu.

Vielen Dank Herr Pogrzeba, für das nette Interview.