Handkreissäge Tipps Tauchsäge

Hinterschnitt-Funktion bei Handkreissägen – Was ist das?

Vor allem Profi-Handkreissägen und Tauchsägen sind mit einer sogenannten Hinterschnittfunktion ausgerüstet. Was genau sich dahinter verbirgt und wozu man einen sog. Hinterschnitt in der Holzbearbeitung benötigt, klären wir im Folgenden.

Was versteht man unter einem Hinterschnitt?

Bei einem Hinterschnitt schneidet man das Werkstück nicht exakt im 90° Winkel, sondern wählt einen etwas kleineren Winkel, z.B. 88 oder 89°. Dies ist dann erforderlich, wenn man z.B. 2 Platten bündig aneinanderfügen möchte, sodass ein nahezu nahtloser Übergang entsteht.

1. Zwei Platten ohne Hinterschnitt aneinanderfügen

Im Beispiel 1 (siehe Bild) wurden 2 Platten im Winkel von je 90° zugeschnitten. Würde man diese Platten mit Leim zusammenfügen, wäre die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass ein kleiner fugenartiger Spalt zu erkennen wäre. Beim Zusammenfügen von bspw. 2 Küchen-Arbeitsplatten möchte man natürlich diesen kleinen Spalt nicht haben. Eindringendes Wasser könnten die Platten im schlimmsten Falle sogar beschädigen (Platten könnten an den Stoßkanten aufquellen).

Handkreissäge-ohne-Hinterschnittfunktion

2 Platten ohne Hinterschnitt aneinanderfügen

2. Zwei Platten mit Hinterschnitt aneinanderfügen

Im Beispiel 2 wird nur eine der 2 Platten im 90° Winkel durchtrennt. Die andere wird im Winkel von nur 89° zugeschnitten. Genau das nennt man einen Hinterschnitt. Fügt man die 2 Platten jetzt zusammen, wäre ein nahezu nahtloser Übergang die Folge, da die Platten streng genommen nur an der oberen Kante (Sichtkante) miteinander verbunden wären. Der Leim hat durch den Hinterschnitt noch „Platz“.

Handkreissäge-Hinterschnitt

2 Platten mit Hinterschnitt aneinanderfügen

Die Hinterschnittfunktion bei Handkreissägen

Handkreissägen, die eher für die private Nutzung und den Heimwerker gedacht sind, sind häufig nicht mit einer Hinterschnittfunktion ausgestattet. Hier lässt sich die Neigung des Sägeblattes meist von 0 bis 45° verstellen. Bei professionelle Handkreissägen (und Tauchsägen) hingegen, lässt sich die Neigung des Sägeblattes z.B. von -1 bis 46° einstellen. Genau das ist der Hinterschnitt.

Üblich ist es auch, dass wenn man die Hinterschnittfunktion nutzt, das Sägeblatt regelrecht „einrastet“ (fester, vordefinierter Winkel), da ein exaktes Einstellen eines Winkels von -1° oder 46° in der Praxis einfach zu lange dauern würde.

Beispiele für Handkreissägen mit Hinterschnittfunkion

Die folgenden Handkreissägen/Tauchsägen ermöglichen alle die Ausführung eines Hinterschnittes:

Makita SP 6000K1 Tauchsäge mit Führungsschiene und Systainer*

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Makita SP 6000X1 Tauchsäge mit Führungsschiene*

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Bosch Professional GKT 55 GCE Handkreissäge FSN 1600*

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Erhältlich ab: EUR 414,93

Mafell MT55cc Tauchsäge MidiMAX + Führungsschiene F160*

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Was kann ich machen, wenn meine Handkreissäge keine Hinterschnittfunktion hat, ich aber dennoch einen Hinterschnitt ausführen möchte?

Lässt sich bei der Handkreissäge der Schnittwinkel (die Neigung des Sägeblattes) nur von 0 bis 45° verstellen, besitzt diese die sog. Hinterschnittfunktion nicht. Abhilfe kann hier aber ein dünner Furnierstreifen oder ein etwas dickeres Klebeband schaffen, dass man auf das Werkstück, direkt neben dem Sägeschnitt anbringt. Durch den dünnen Furnierstreifen (oder das Klebeband) ändert sich der Schnittwinkel leicht und man kann so ebenfalls einen Hinterschnitt ausführen.

Es sei jedoch dazu gesagt, dass dies nur ein „Notlösung“ darstellt. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, ist mit einer entsprechenden Handkreissäge mit Hinterschnittfunktion wohl besser bedient.