Interviews

Im Interview – Andreas Kalt vom Blog Holzhandwerk

Auch Andreas Kalt, Betreiber des Blogs ‚Holzhandwerk – Ein Holzwerker Blog‚, war so freundlich, uns ein paar Einblicke in sein Hobby zu geben. Im folgenden Interview erfährst du u.a. wie er zum Holzwerken kam, welche Werkzeuge und Maschinen bei ihm bevorzugt zum Einsatz kommen und wo er sich seine Anregungen für eigene Holzprojekte holt. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Andreas. Bitte stell dich meinen Lesern kurz vor.

Ich bin Lehrer an einem Gymnasium in Baden-Württemberg und unterrichte Englisch, Biologie, Geographie und Naturwissenschaft & Technik. Daneben betreue ich die Website und das Intranet der Schule und bin auch ein wenig als Fortbildner für das Lernen mit Medien tätig. Die Arbeit mit Holz ist eines meiner Hobbies. Daneben lese ich sehr gerne und bin viel im Netz unterwegs. Unter anderem blogge ich seit über zehn Jahren zu Bildungsthemen unter rete-mirabile.net. Für und mit meinen Schülern erarbeite ich Materialien unter herr-kalt.de.

Holzhandwerk Blog von Andreas Kalt

Wann hat dich das „Holzwerken-Fieber“ gepackt? Wie war dein Weg dahin?

Angefangen hat das mit dem Ferienjob in einer Schreinerei als ich vierzehn war. Dem Job und der Schreinerei bin ich bis zum Ende meines Studiums treu geblieben und habe dort mehrmals pro Jahr ein paar Wochen gearbeitet und dabei natürlich eine Menge gelernt – unter anderem die Freude am Gestalten mit Holz.

In den Jahren des Berufseinstiegs rückte das Hobby erstmal in den Hintergrund, denn ich hatte weder die Zeit dafür noch den Platz, um ernsthaft mit Holz zu arbeiten. Vor einiger Zeit haben wir nun ein Haus gekauft, das glücklicherweise schon eine einfache Werkstatt mitbrachte. Diese gestalte ich nun schrittweise zur Holzwerkstatt um.

Du betreibst den Blog Holzhandwerk. Was genau findet man dort?

Man findet einerseits die Dokumentation meiner bisherigen Projekte. Das sind bisher meist noch Werkstatt-Projekte, weil ich noch daran bin, in meiner Werkstatt die Voraussetzungen für anspruchsvollere Projekte zu schaffen. Außerdem dokumentiere ich im Blog Ideen oder gute Lösungen, die ich im Netz finde und die es aus meiner Sicht wert sind, eine gewisse Verbreitung zu finden. Schließlich poste ich auch hin und wieder ein Foto, das im weitesten Sinne mit Holz zu tun hat, weil ich auch gerne fotografiere.

Welches Projekt war dein bisher Anspruchsvollstes?

Das war der Entwurf und die Konstruktion eines Garten-Spielhauses für die Kinder. Es hat viel Freude gemacht, sich das auszudenken und umzusetzen, weil man dabei ja auch wieder in die Kinderrolle schlüpft und sich fragt, womit man als Kind gerne gespielt hätte. So steht das Haus nun auf Stelzen, hat eine Kletterwand, eine Zugbrücke, eine Bodenluke und einige andere „Spielereien“, die mir genauso Spaß machen wie meinen Kindern.

Das Häuschen ist vor dem Blog entstanden und ist daher dort nicht dokumentiert. Dieses Projekt war für mich der Wiedereinstieg in das Holzwerken, weil ich dabei gemerkt habe, wie bereichernd ich diese Arbeit finde. Daher habe ich in dieser Zeit beschlossen, dieses Hobby wieder zu „reaktivieren“.

Welche Werkzeuge und Maschinen kommen bei dir bevorzugt zum Einsatz? Hast du einen „Liebling“?

Meine Werkzeugausstattung ist noch sehr grundlegend. An Handwerkzeugen habe ich nichts Außergewöhnliches, es ging mir bisher bei der Ausstattung eher darum, jeweils ein vernünftiges Werkzeug für eine bestimmte Anforderung zu haben, ohne dabei unnötig Geld aus dem Fenster zu schmeißen.

Bei den Maschinen war es ebenso: Ich habe eine gute Tauchsäge (Bosch GKT 55 GCE) mit Führungsschiene, mit der ich sehr zufrieden bin. Daneben benutze ich oft meine Oberfräse (Makita RT0700CX2J), die mir gut gefällt, weil sie sehr flexibel einsetzbar und doch kräftig genug auch für intensiveren Einsatz ist. Vor einiger Zeit habe ich mir einen Wabeco Bohrständer mit einer guten Bohrmaschine (Bosch GSB 19-2 RE) angeschafft. Zusammen mit meinem selbst gebauten Bohrtisch bewährt sich diese Kombination seither. Daneben gibt es noch einen Akkuschrauber (DeWalt BL, DCD790D2-QW), den ich ebenfalls sehr empfehlen kann.

Woher holst du dir Ideen und Anregungen für deine Projekte?

Die bisherigen Projekte betrafen fast alle die Gestaltung der Werkstatt. Der Antrieb, etwas konkret anzugehen, kam daher meist aus der Notwendigkeit, gewisse Arbeitsabläufe zu optimieren. Die Ideen, wie ich das konkret machen könnte, stammen einerseits aus der Erinnerung, wie das in der Schreinerwerkstatt, in der ich früher gearbeitet habe, gelöst war. Andererseits schaue ich natürlich in anderen Holzwerker-Blogs und YouTube-Kanälen , ob sich dort ähnliche Projekte finden und wie die Kollegen das gelöst haben. Ich dokumentiere meine Ideenfindung jeweils am Beginn eines Beitrags über ein Projekt, weil ich diese Frage wichtig finde.

Wo soll es mit deinem Blog Holzhandwerk zukünftig noch hingehen?

Ich habe keine konkreten Pläne. Das Bloggen ist ein Hobby für mich, das sich in meinen Alltag einfügen muss. Mit meinem anderen Blog habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich viele Perspektiven und Gewohnheiten mit den Jahren verändern und dass so ein Blog entsprechend auch seinen Charakter verändern kann. Das ist ja auch das Schöne an einem eigenen „Platz im Netz“.

Zum Schluss würden wir uns noch über 3 wichtige Tipps freuen, die man deiner Meinung nach beim Kauf einer Handkreissäge besonders berücksichtigen sollte?

Ich würde nicht für mich in Anspruch nehmen, dass ich dazu fundierte Tipps geben könnte, weil ich bisher ja erst ein Mal eine Handkreissäge gekauft habe. Allerdings habe ich festgestellt, dass es wichtig ist, sich vor dem Kauf zu überlegen, welche anderen Geräte man mit der Zeit eventuell noch nutzen möchte. Ich habe mich nach ausgiebiger Recherche für die Bosch Tauchsäge entschieden und bin damit sehr zufrieden. Sie ist qualitativ sehr hochwertig und dabei deutlich günstiger als die Festool Tauchsäge. Bosch benutzt das Führungsschienensystem von Mafell. Erst später habe ich gemerkt, dass es für meine Oberfräse einen Adapter für eine Führungsschiene gibt, der allerdings nur auf Festool-Schienen passt. Es gibt zwar auch einen Adapter von Bosch, der wohl mit meiner Makita Oberfräse kompatibel wäre, aber der ist deutlich teurer.

Der Tipp wäre also, beim Kauf schon in die Zukunft zu denken oder auch den vorhandenen Maschinenbestand zu betrachten und dabei zu überlegen, wie man mit dem Zubehör die größtmögliche Kompatibilität erreicht.

Vielen Dank Andreas, für das interessante Interview.