Interviews

Michael Hild von Michas-Holzblog im Interview

Auch bei dem Betreiber Michael Hild von Michas-Holzblog haben wir einmal etwas „hinter die Kulissen geschaut“ und mit ihm ein Interview geführt. Sein mittlerweile gut besuchter Blog bietet sowohl Hobby-Holzwerkern als auch Profis eine prima Anlaufstelle. Er berichtet über seine Projekte, seine Werkstatt sowie über seine eingesetzten Maschinen und Werkzeuge. Außerdem gibt er am Ende des Interviews 3 nützliche Tipps, die man beim Kauf der eigenen Handkreissäge/Tauchsäge beachten sollte. Aber lest selbst …

Hallo Herr Hild. Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Mein Name ist Michael Hild, bin Jahrgang 78 und gelernter Elektroniker.

Mein größtes Hobby ist natürlich das Holzwerken, welchem ich in der eigenen kleinen Werkstatt vorwiegend mit Handmaschinen und –werkzeugen nachgehe. Für große Stationärgeräte fehlt mir leider der Platz.

Michas Holzblog von Michael Hild

Wann entfachte in Ihnen die Leidenschaft zum Holzwerken? Wie kamen Sie dazu?

Gewerkelt, geschraubt, gebaut habe ich eigentlich schon so lange ich denken kann. Anfangs war es eher Metall und Autoschrauberei. So richtig zum Holzwerken bin ich eigentlich erst 2010 gekommen. Wie es dazu kam, ist ne gute Frage. Eigentlich wollte ich nur das Geländer von unserem Gartenhaus reparieren und damit fing es an. Weil ich schon dabei war, habe ich noch dieses und jenes gebaut und seitdem hat mich der Virus Holz nicht mehr losgelassen.

Sie betreiben den Blog Michas-Holzblog. Was genau findet man dort und an wen richtet sich ihr Blog?

Mein Blog ist hoffentlich eine gesunde Mischung aus Projektvorstellungen von Dingen die ich selbst vorwiegend aus Holz angefertigt habe, detaillierten Vorstellungen von hochwertigen Werkzeugen und Maschinen rum um die Holzbearbeitung und einer Sammlung von Tipps und Tricks zu Materialien, Hand- und Maschinenwerkzeugen und allgemeinen Dingen zum Thema Holz.

Wann ist Ihr Michas-Holzblog online gegangen und wie waren die Anfänge?

Mein Blog ging am 11.09.11 um 17:23 online. Die Anfänge waren zum einen recht Arbeitsintensiv, ich musste ja das Blogdesign aufbauen und auch etliche Artikel zu bereits erledigten Projekten schreiben, damit man im Blog nicht nur 1-2 Artikel findet. Im anderen Teil, waren die ersten Wochen/Monate eher ernüchternd, da die Besucherzahlen, sehr gering waren. Logisch die Seite muss ja erst bekannt werden und auch der Schreibstil, Layout und Themen müssen sich auch erstmal so einlaufen, dass man zum einen für den Leser attraktiv ist, aber trotzdem man, wie sagt man so schön authentisch bleibt.

So stieg innerhalb der 4 Jahren seit ich den Blog betreibe, der Besucherzähler von anfangs nicht mal 4000 pro Monat auf über 80.000.

Welches Projekt war Ihr bisher Anspruchsvollstes? Und weshalb?

Mein anspruchvollstes Projekt waren bis jetzt eigentlich die Fensterläden. Zum einen weil es viele Dinge bezüglich des konstruktiven Holzschutzes zu beachten gab und dieses Neuland für mich war und zum anderen auch wegen der Menge an Material und Einzelteilen. Meine Werkstatt ist ja nicht sonderlich groß und da war es schon eine „logistische Herausforderung“, den Bau so zu planen, dass ich nicht zu viele Teile gleichzeitig in der Werkstatt stehen habe und auch nicht ständig nur am hin und her tragen bin.

Aufgrund der Materialkosten und der Arbeitszeit, sollen die Fensterläden möglichst einige Jahrzehnte halten, von daher steckt in dem Projekt auch viel Vorplanung. Ich wollte ja alles richtig machen.

Sie haben einen Hang zu Maschinen von Festool. Verraten Sie uns den Grund?

Das ist einfach. Ich habe an meine Ergebnisse und Werkzeuge hohe Anforderungen, was die Perfektion angeht und wenn man dann mal bei Werkzeugen von Festool gelandet ist, kommt man da eigentlich nicht mehr von los.

Wo soll es mit Michas-Holzblog zukünftig noch hingehen? Was ist geplant? 

Wo es mit meinem Blog noch hingehen wird, das wird sich zeigen. Ideen hatte ich ja schon ein paar, die haben aber nicht funktioniert, von daher bin ich da vorsichtig mit einem Blick in die Zukunft.

Geplant ist neben der ständigen Erweiterung der „Tipps&Tricks“ Rubrik, das vermehrte Verwenden von kurzen Videos, da scheitert es aktuell noch an der Kamera und das Anbieten von persönlichen Hilfestellungen für andere Holzwerker. Jemand hat mit irgendetwas Probleme oder scheitert bei einem Projekt an Fertigkeiten oder Werkzeugen, dann kann er vorbei kommen und ich finde zusammen mit ihm eine Lösung, bzw. Unterstütze beim der Ausführung.

Zum Schluss würden wir uns noch über 3 wichtige Tipps freuen, die man Ihrer Meinung nach beim Kauf einer Handkreissäge besonders berücksichtigen sollte?

Tipp 1: Nicht billig kaufen, sondern mindestens preiswert. Selbst wenn man nur ab und an etwas zu sägen hat, sollte das Ergebnis schon exakt werden. Ob man nun ein Mittelklassegeräte oder Premium kauft, das richtet sich vor allem an der Häufigkeit der Nutzung und auch den persönlichen Erwartungen.

Tipp 2: Darauf achten, dass die Säge auf Führungsschienen eingesetzt werden kann. Wer solch eine mal genutzt hat, will nicht mehr frei Hand oder per Parallelanschlag arbeiten.

Tipp 3: Das passende Sägeblatt für die zu bearbeiteten Materialien auswählen. Erst mit einem passenden Blatt, sind gute Ergebnisse möglich. Längsschnitte in Massivholz, erfordert große Spanlücken und wenig Zähne. Bei Plattenmaterial und Schnitte quer zur Faser in Massivholz, bringt eine hohe Anzahl an Zähnen, einen sauberen Schnitt. Und vorallem bei den Sägeblättern nicht aufs Geld achten. Das Blatt macht den Schnitt, lieber eine etwas günstigere Säge verwenden, aber dafür top Sägeblätter.

Vielen Dank Herr Hild, für das nette und freundliche Interview!